Aus dem Vorstand

Rückblick Wirtschaft/Bank

Sehr geehrte Mitglieder, Kunden und Geschäftsfreunde!

Mit dem Ergebnis für das Geschäftsjahr 2019 können wir in Anbetracht der Lage weiterhin zufrieden sein.

Es waren im letzten Jahr wieder keine einfachen Zeiten für unsere Bank und unsere Kunden. Die weiterhin anhaltenden niedrigen Zinsen und die einzuhaltenden Regularien sind auch künftig eine große Herausforderung.

Wirtschaftsentwicklung 2019

Im Euroraum fiel das Wirtschaftswachstum 2019 abermals verhalten aus. Dies ist auf die Schwäche der globalen Industrie zurückzuführen.
Betrachtet man die Konjunkturdaten, weisen vor allem Industrieländer sowie stark exportierende Länder wie Deutschland und Japan schwächelnde Werte auf.
Auch 2019 ließ der EZB-Rat die Leitzinsen für den Euroraum unverändert. Die Hoffnungen einer Leitzinserhöhung erfüllten sich somit nicht.
Weiterhin wirkten sich die politischen Unsicherheiten auf die Finanzmärkte aus. Einen wesentlichen Einfluss auf die Börse hatte im Jahresverlauf der US-Konjunkturzyklus. Eine weltwirtschaftliche Verlangsamung hat ebenfalls die Stimmung an den Kapitalmärkten beeinflusst. Auch der Blick auf die Europawahlen im zweiten Quartal sowie die weiteren Verhandlungen rund um den Brexit hielten die Situation auf den Finanzmärkten in Spannung. Und trotz allem gab es eine ordentliche Entwicklung an den Aktienbörsen. Für uns war es ein sehr erfolgreiches, wenn nicht sogar unser bisher erfolgreichstes Jahr, im Wertpapiergeschäft.

Zahlen der Bank erläutert

Die Bilanzsumme stieg 2019 um 14 Prozent auf 2,8 Mrd. an. Im Einlagengeschäft hatten wir trotz fehlender Verzinsung einen Zuwachs von 3,8 Prozent. Etwas, worüber wir uns vor einigen Jahren, als es noch keine Negativzinsen gab, sehr gefreut hätten. Im Kreditgeschäft verzeichnen wir ein Wachstum im gewerblichen als auch im privaten Bereich. Trotz allem verminderte sich der Kreditbestand aufgrund von Ablösungen, Endfälligkeiten und Regel- sowie Sondertilgungen. Das Provisionsgeschäft blieb insgesamt stabil. Mit 75,3 Mio. Euro vermittelter Bausparsumme bei unserem Verbundpartner Bausparkasse Schwäbisch Hall erzielte die Bank ein gutes Ergebnis. 2019 war ein sehr starkes Wertpapierjahr. Nach dem Crash Ende 2018 führten einerseits die steigenden Kurse und andererseits die wieder zunehmenden Umsätze zu einem deutlichen Zuwachs der Kunden-Depotbestände.
Die Investitionen in Betriebs- und Geschäftsausstattung, hier insbesondere in technische Einrichtungen und Modernisierung, umsichtige und vorausschauende Führung, sowie die Bereitschaft sich neuer Technik und Innovationen zuzuwenden, lassen uns das Geschäftsjahr 2019 erfolgreich abschließen.

Negativzinsen

In Zeiten der Niedrigzinsphase erheben immer mehr Banken Minuszinsen auf die Sparguthaben ihrer Kunden oder sie berechnen ein Verwahrgeld.

 „Bring dein Geld aufs Sparbuch, da bekommst du Zinsen!“ – Mit dieser Weisheit wurde noch vor nicht allzu langer Zeit zum Sparen animiert und damit eine grundlegende Gesetzmäßigkeit des Finanz- und Kapitalmarkts definiert: Wer anderen Geld leiht, erhält dafür Zinsen. Unter bestimmten Bedingungen kann dieser Grundsatz aber außer Kraft gesetzt werden. So haben die Zinssätze der Europäischen Zentralbank große Auswirkungen auf Geldeinlagen – sowohl bei den Banken als auch bei den Sparerinnen und Sparern.

Seit einiger Zeit liegt der Einlagenzins für Banken im negativen Bereich. Das bedeutet: Wir müssen Geld dafür bezahlen, dass wir die Spareinlagen unserer Kundinnen und Kunden verwahren.

Da eine angemessene Anlage der Gelder in Kundenausleihungen nur zum Teil möglich war, haben wir begonnen, Negativzinsen auf größere gewerbliche Guthaben zu erheben.

Freie Geldbeträge sollten in alternativen Anlageformen angelegt werden. Damit können Negativzinsen vermieden und Kapital erhalten bzw. vermehrt werden.

Digitalisierung

Digitalisierung ist ein Thema für Gegenwart und Zukunft. Sie bedeutet Innovation und ist eine unternehmerische Daueraufgabe. Digitalisierung ermöglicht es uns, unseren Kunden mit elektronischen Dienstleistungen das Leben zu erleichtern. Die digitalen Zugangswege zur Bank, wie das Online-Banking sowie die VR-BankingApp für Smartphones und Tablets sind bereits Standard. Hinzu kamen die Digitalen Karten im letzten Jahr. Dabei wird das Smartphone mit der digitalen Version der Bankkarte einfach vor ein Kassenterminal gehalten und der Einkauf in Sekundenschnelle bezahlt. Mobiles Bezahlen ist schnell und hygienisch.

Digitalisierung dient dazu, unsere Kunden in ihrem täglichen Leben weiterzubringen. Sie ist dann zielgerichtet, wenn sie ihnen Lasten abnimmt, Bequemlichkeit schafft und Mehrwert bietet. Wie heißt es in der Mustersatzung für Volksbanken und Raiffeisenbanken so schön: „Zweck der Genossenschaft ist die wirtschaftliche Förderung und Betreuung der Mitglieder.“ Digitalisierung bietet ausreichend Gelegenheit dafür.


Fusion Raiffeisenbank und Volksbank

Die Mitglieder der Volksbank und der Raiffeisenbank Aschaffenburg stimmten bei den Vertreterversammlungen im Mai 2019 dem Zusammenschluss beider Banken zu. Die neu fusionierte Bank trägt den Namen „Raiffeisen-Volksbank Aschaffenburg eG“. Die Fusion gilt laut Verschmelzungsvertrag rückwirkend zum 1. Januar 2019.

Durch die Fusion der beiden Banken entstand ein neues Institut mit einer Bilanzsumme von rund 2,8 Mrd. Euro. Die Raiffeisen-Volksbank Aschaffenburg eG ist damit die größte Bank am Untermain.

Der Aufsichtsrat der neuen Bank besteht seit der Verschmelzung aus 20 Personen. Geführt wurde die Raiffeisen-Volksbank Aschaffenburg eG zum Zeitpunkt der Fusion von Claus Jäger (Vorstandssprecher), Thomas Stegmann (Vorstandssprecher), Steven Müller (Vorstand), Wolfgang Heßler (Vorstand) und Ute Heilig (Generalbevollmächtigte).

Frau Ute Heilig, war bis dahin Vorstandssprecherin der Volksbank Aschaffenburg eG und wurde erst einmal bis zum Ablauf der aufsichtsrechtlichen Wartezeit als Generalbevollmächtigte eingesetzt. Seit Juli 2020 ist sie Mitglied in der Vorstandschaft. Claus Jäger und Frau Ute Heilig betonten: „Es fusionieren zwei genossenschaftliche Kreditinstitute, welche im gleichen Geschäftsgebiet agierten. Jetzt bündeln wir unsere Kräfte und nutzen die Synergieeffekte für unsere Mitglieder und Kunden in der Region.“


Verabschiedung

Vorstandssprecher Thomas Stegmann im September

Im September 2019 haben wir unseren langjährigen Vorstandskollegen Thomas Stegmann in den Ruhestand verabschiedet. Nach der Fusion zwischen der Raiffeisenbank Großostheim-Obernburg eG und der Raiffeisenbank Aschaffenburg eG war er einer der Vorstandssprecher der Bank. An dieser Stelle bedanken wir uns ein weiteres Mal bei ihm für die gute Zusammenarbeit.

Aufsichtsratsvorsitzender Bruno Windischmann

Nach 24 Jahren Amtszeit verabschiedeten wir im Mai 2019 unseren Aufsichtsratsvorsitzenden, Bruno Windischmann. Auch ihm gebührt unser Dank für seinen Einsatz und seine Unterstützung.


Dr. Hans-Georg Florig neuer Aufsichtsratsvorsitzender

Der Aschaffenburger Rechtsanwalt, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer gehört dem Aufsichtsratsgremium bereits seit 2011 an und arbeitete seitdem in zahlreichen Ausschüssen des Aufsichtsrates mit. Seit 2014 hatte er das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden inne und trat mit Wirkung zum 26.07.2019 die Nachfolge von Herrn Bruno Windischmann an.


Neue SB-Stellen in Aschaffenburg-Leider und Obernburg-Eisenbach

Als Genossenschaftsbank werden wir als regionaler Finanzdienstleister, Arbeitgeber und Unterstützer der Region wahrgenommen. Vor allem wenn es um unsere Geschäftsstellen vor Ort geht. Aber nicht in jedem Ort gibt es noch eine Geschäftsstelle. Hier versuchen wir Möglichkeiten zu finden, um eingeschränkte Bankgeschäfte wie die Bargeldversorgung zu gewährleisten.

Dies ist uns in Leider und in Eisenbach gelungen. Wir haben neue Standorte für SB-Geräte gefunden. Hier kommt neueste Technik mit der Cash-Box – einem Kombigerät für Bargeldauszahlungen und Drucken der Kontoauszüge, zum Einsatz.

Weitere SB-Stellen in dieser Art sind in unserem Geschäftsgebiet geplant.


50.000 Euro Unwettersoforthilfe für Kahl a. Main

Am 18. August 2019 hat ein verheerendes Unwetter in Kahl a. Main viele Menschen aus unserem Geschäftsgebiet getroffen. Wenige Minuten reichten aus, um Dächer abzudecken, Keller zu überschwemmen, Autos und Jalousien zu beschädigen, Bäume umzuknicken oder zu entwurzeln.

Um diesen Menschen möglichst schnell und ohne lange Wartezeiten zu helfen, stellten wir einen Soforthilfefonds in Höhe von 50.000 Euro zur Verfügung. Die Gelder mussten von den betroffenen Personen nicht zurückgezahlt werden. Zusätzlich wurde ein Sonderkreditprogramm für Betroffene aufgelegt. So konnten Hauseigentümer und Unternehmer schnellstmöglich ihre Schäden beheben lassen.


Ausblick: Leben und Arbeiten mit einer Pandemie

Wir gehen davon aus, dass das positive Börsenklima in Deutschland 2020 weiter anhalten wird. Das steigende Geldvermögen unserer Kunden, das zu einem Großteil noch unverzinst auf Spar-, Tages- oder Festgeldkonten schlummert, wird mehr in Aktien bzw. Aktienfonds investiert werden. Abgesehen von den Börsen haben sich die Stimmungs- und Frühindikatoren in den wichtigen Wirtschaftsregionen noch nicht verlässlich stabilisiert. Dämpfende Effekte könnten durch den Handelskonflikt zwischen den USA und der EU ausgehen. Deutschlands Automobilbranche wäre dann z.B. von den drohenden Autozöllen betroffen.

Insgesamt hat sich das Wirtschaftswachstum im Euro-Währungsgebiet bisher verbessert und trägt so zur Verringerung der Risiken für den Bankensektor bei. Der Konjunkturaufschwung soll den Prognosen zufolge mittelfristig anhalten.

Wir raten dennoch bei der Wahl der Geldanlage die Augen offenzuhalten und zu bedenken, dass ein paar Dinge immer gelten: Ein menschlicher Kontakt ist wertvoller als ein Algorithmus. Ein Gespräch ist besser als eine E-Mail. Eine Geldanlage aus Überzeugung und damit die Unterstützung innovativer Unternehmen ist nachhaltiger. Daran halten auch wir uns und bieten Ihnen weiterhin eine persönliche, individuelle Beratung.

Anmerkung: 2019 hat noch niemand mit einer Pandemie namens Corona und deren Auswirkungen gerechnet. Somit gehen wir auch nicht in unserem Ausblick für 2020 darauf ein.


Danksagung

Wir danken unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für Ihren Einsatz im Jahr 2019. Aber bereits für das laufende Jahr bedanken wir uns bei ihnen für ihr Durchhaltevermögen, ihre Akzeptanz und den Einsatz unter diesen schwierigen Bedingungen, wie Ansteckungsgefahr und das ständige Maskentragen.

Unseren Mitgliedern, Kunden und Geschäftspartnern danken wir für ihr Vertrauen, ihre Unterstützung und ihre Treue.

Bleiben Sie gesund!

Ihr Vorstandsteam
der Raiffeisen-Volksbank Aschaffenburg eG